Interessanter Artikel unterhalb eines Interviews auf fudder.de über eine Snowkiteschule im Schwarzwald im Jahr 2006:
Der Ursprung des Kitens lässt sich auf verschiedene Sportdisziplinen zurückführen. Man findet im Kiten, als Mutter des Snowkitens, Elemente aus dem Kite-Buggyfahren, dem Wellenreiten, Windsurfen, Skateboarden, Snowboarden und dem Wakeboarden. Dies ist unter anderem auch der Grund dafür, dass sich viele Sportler der erwähnten Sportarten nicht nur für das Kiten interessieren, sondern auch ihr gesammeltes Wissen und ihre Bewegungserfahrungen in die Entwicklung dieser Sportart mit einbringen.
Die Idee, durch Drachen Gegenstände und Personen zu bewegen, ist so alt wie der Flug-Drachen selbst. Als den Vater des ‘Traction-Kites’ kann man den Engländer George Pocock bezeichnen. Ihm gelang es 1826 mit dem ‘Char-Volant’, einer Kutsche, die mit zwei von ihm entwickelten und patentierten vierleinigen Drachen gezogen wurde, sich mit einer Geschwindigkeit bis zu 20 km/h fortzubewegen und sogar gegen den Wind zu kreuzen.
Im Laufe der neuzehnhundertachtziger Jahre gab es mehr oder weniger erfolgreiche Versuche sich mit Kanus, Schlittschuhen, Wasserski, Alpinski, Rollerskates, etc. ziehen zu lassen. Der eigentliche Durchbruch des ‘Traction-Kites’ kam erst 1990 mit der Entwicklung des Kite-Buggys. Die Entwicklung des Kite-Buggyfahrens hatte einen großen Einfluß auf das Kitesurfen, da die Umsetzung vom Zug eines Drachens in Geschwindigkeit sowohl auf dem Land, wie auch auf dem Wasser ähnlich funktioniert.
Die Kombination von Drachen- und Boardsportarten führte zur Entwicklung des Kitesurfens. Ähnliche, teilweise auch identische, bewegungstechnische und koordinative Fähigkeiten, als auch materialtechnische Komponenten lassen sich in den oben genannten Boardsportarten ausmachen.
Seit 1998 kann man Kitesurfen als ernsthafte (Extrem-)Sportart betrachten. In diesem Jahr gelang es einigen Fahrern Höhe zu laufen bzw. hart am Wind zu fahren. Die ersten Kitesurf-Schulen wurden auf Hawaii eröffnet und es gab den ersten offiziellen Wettkampf auf Maui. In Deutschland schaffte der Sport 1999 seinen Durchbruch. Der VDWS (Verband Deutscher Windsurf- und Wassersportschulen) nahm sich dieser Sportart an, begann eine Lobby in Politik und Industrie aufzubauen und entwickelte ein Ausbildungskonzept. Man geht in Deutschland derzeit von ca. 10.000 Kitesurfern bzw. kitesurfinteressierten Menschen aus.
Das Kiten hat sich bereits in der Wassersportszene etabliert und sich seinen Platz in der Reihe der neuen Board- und Extremsportarten gesichert. Stetige Verbesserungen und Neuentwicklungen beim Material und bei den Lehrmethoden werden dazu führen, dass Kiten immer einfacher und vor allem sicherer zu erlernen sein wird.
Die Zahlen der Kiter sind seither ganz sicher gestiegen, aber dass mit dem Buggy alles begann, wusst ich noch nicht.
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